Rathaus 33. Das Alte Rathaus am Rathausplatz Das Alte Rathaus

Der Wolff'sche Rathausbau am Rathausplatz

In den Jahren 1612 bis 1622 schuf Jakob Wolff d. J. Nürnbergs imposanten Rathausbau, der in seinem kompakten Würfelbau deutlich Einflüsse der italienischen Spätrenaissance zeigt. Die allegorischen Gestalten auf den Giebelschrägen der Portale erinnern an Michelangelos florentischen Medicigräber. In den Dachpavillons finden sich Anklänge an die französische Schloßarchitektur. Eigentlich im Geviert geplant, konnte der Bau wegen der schlechten Finanzlage im Dreißigjährigen Krieg nicht zur planmäßigen Ausführung gelangen. Der Rathausplatz hieß bis 1811 »Beim Rathaus«. Zwei reizvolle Brunnen zieren die Rathausinnenhöfe, beide im 16. Jahrhundert von Pankraz Labenwolf gegossen: der Puttenbrunnen und der Gänsemännleinbrunnen. Weitere Informationen über das Rathaus erhalten Sie bei der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg.

Blick vom Halbwachsengässlein zum Rathausplatz und Theresienstraße (Juli 2003) Kneipe im Halbwachsengäßchen (September 2006)
Blick vom Rathausplatz zur Halbwachsengässlein und Burgstrasse (Juni 2006) Blick vom Rathausplatz zur Halbwachsengässlein und Burgstrasse (Juli 2003)
Rathausplatz (Juni 2003) Altes Rathaus - Haupteingang (Juli 2003)
Vor dem Wolff'schen Rathaus (Juli 2003) Wir schauen von der Burgstraße in Höhe des Fembohauses auf das alte Rathaus (Mai 2003)
Das alte Rathaus am frühen Morgen (September 2001) Blick vom Rathausplatz in die Theresienstraße (August 2002)
Rathausplatz und Altes Rathaus (September 2006) Altes Rathaus (Juli 2004)
Rathausinnenhof (September 2006) Rathausinnenhof mit Puttenbrunnen (Rathausbrunnen) (Juni 2007)
Rathausplatz zwischen Sebalduskirche und Rathaus (Oktober 2000) Puttenbrunnen (Rathausbrunnen)  im großen Rathausinnenhof (September 2006)
Gänsemännlein-Brunnen am Rathausplatz (Juni 2007) Gänsemännlein-Brunnen am Rathausplatz (Juni 2007)
Rathausplatz

Der Rathausplatz ist der Platz zwischen Sebaldkirche und altem Rathaus, wowie der Platz zwischen alten und neuem Rathaus. Er hieß bis 1811 "Beim Rathaus".

Halbwachsengäßchen

Das Halbwachsengäßchen verbindet den Albrecht-Dürer-Platz mit der Burgstraße / Ecke Theresienstraße, Rathausplatz. Die in den Albrecht-Dürer-Platz mündete Gasse wurde nach dem ausgestorbenen Nürnberger Bürgergeschlecht Halbwachs benannt. (Siehe auch Albrecht-Dürer-Platz!)

Gänsemännleinbrunnen und Puttenbrunnen

Der Gänsemännleinbrunnen zeigt einen Bauer mit zwei Gänsen unter dem Arm. Der Brunnen stammt aus dem Jahre 1550 und stammt vermutlich vom Erzgießer Pankraz Labenwolf. Er steht am Rathausplatz zwischen Altem Rathaus und Brautwurst-Röslein. Der Putten- oder Rathausbrunnen, ebenfalls von Pankraz Labenwolf, steht im Innenhof des Alten Rathauses.

Die mittelalterlichen Lochgefängnisse

In den weitverzweigten Kellergewölben des alten Nürnberger Rathauses befinden sich noch heute die mittelalterlichen Lochgefängnisse.

Die Reichstadt Nürnberg erwarb im Jahre 1322 das Brothaus des Zisterzienserklosters Heilbronn am Salzmarkt, um es zum Rathaus mit Stadtgericht umzubauen. Während den Umbauarbeiten in den Jahren von 1332 bis 1340 wurde der gesamte Bereich um das Gebäude auf Geschosshöhe mit Erde aufgeschüttet, worauf sich das bisherige Erdgeschoß nun unter der Erde befand. Die neu entstandenen Kellerräume wurden zu Gefängniszellen umgestaltet. Des weiteren wurde auch eine Schmiede und die Wohnung des Lochwirts in den unterirdischen Räumlichkeiten eingerichtet. Der Schmied konnte hier seine Gerätschaften und Folterwerkzeuge instandhalten. Der Lochwirt bereitete in der Gefängnisse die kümmerlichen Mahlzeiten. Massive Steinmauern ersetzten die Zellenzwischenwände und stützten das Tonnengewölbe. Geheime Gänge und Treppen führten von den Kerkern nach oben in den Rathaussaal, damit die Gefangenen dem Richter vorgeführt werden konnten.

Die Zellen dienten zur Verwahrung in Untersuchungshaft bis zur Fällung eines Urteils und dessen Vollstreckung. Die Haftbedingungen waren grausam. So mussten Häftlinge unter Umständen tagelang in einer der kleinen, niedrigen und lochartigen Zellen in völliger Dunkelheit ausharren. Auch der Bildhauer Veit Stoß soll in diesem Gefängnis eingekerkert gewesen sein. In der Folterkammer, wegen ihrer Größe scherzhaft »Kapelle« genannt, wurden die Gefangenen verhört und gepeinigt. Die Art und Härte der Folter wurde vom Stadtgericht festgelegt. Unter der Folter durfte niemand sterben, sonst ging es dem Henker an den Kragen. Häftlinge, die nicht zum Tode, sondern zu jahrelangen oder lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt wurden, blieben in der Regel nicht in den Lochgefängnissen, hierfür waren die Gefängnistürme (Schuldturm, Wasserturm, Luginsland) vorgesehen. Die Todeskanditaten hingegen wurden bis zur Hinrichtung in stockdunklen Todeszellen oder auch »arme-Sünder-Zellen« gesteckt. Da die Hinrichtungen abschreckend wirken sollten, wurden sie volksfestartig aufgezogen.

Die mittelalterlichen, fast unverändert erhaltenen Lochgefängnisse können im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Lochgefängnis (Dezember 2006) Lochgefängnis (Dezember 2006) Lochgefängnis (Dezember 2006)
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Letzte Aktualisierung: 14.05.2012 17:40:48